Blockchain

Das Europäische Blockchain Observatorium veröffentlichte im Mai 2019 einen Bericht über die möglichen Auswirkungen von Blockchain im Zusammenhang mit der digitalen Identität.

Digitale Identitäten bilden die Grundlage zum Handeln im Internet, allerdings handelt es sich in der digitalen Welt von heute immer um eine fragmentierte digitale Identität. Die Art und Weise der Identifizierung in der digitalen und analogen Welt unterscheidet sich erheblich. So besteht in der digitalen Welt etwa die Möglichkeit, dass dieselbe Person sich verschiedene Identitäten, beispielsweise gegenüber Facebook und einer Bank, gibt.

Der normative Rahmen der digitalen Identität ergibt sich größtenteils aus der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und der Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen (eIDAS-Verordnung).

Die Verbindung zu Blockchain und die Herausforderungen der Einhaltung der Datenschutzregeln wurden bereits in einem früheren Bericht des Europäischen Blockchain Observatoriums analysiert.

Die eIDAS-Verordnung schafft den normativen Rahmen der elektronischen Identifizierung, wobei die Identifizierungsmittel nach Vertrauenswürdigkeit geordnet werden. Je zuverlässiger das Identifizierungsmittel bestimmen kann, dass die vorgegebene digitale Identität mit der tatsächlichen übereinstimmt, desto höher wird es eingeordnet.

Auf diese Weise soll die Privatwirtschaft angeregt werden, freiwillig elektronische Identifizierungsmittel zu verwenden, wenn eine Identifizierung für die Nutzung eines Online-Dienstes oder für eine elektronische Transaktion notwendig sind. Hiermit wird man der digitalen Identität genauso vertrauen können wie der analogen Identität und elektronische Identifizierungsmittel, wie elektronische Unterschriften, werden ein größeres Vertrauen im digitalen Umfeld schaffen.

Durch Blockchain ergibt sich die Möglichkeit, dezentralisierte Identifizierungsmittel zu verwenden und so die identifizierten Personen ins Zentrum der eigenen Datenverwaltung zu rücken. Im Gegensatz dazu speichern und verwalten Unternehmen die personenbezogenen Daten derzeit zentralisiert auf ihren Servern.

Der Bericht des Europäischen Blockchain Observatoriums versucht die zu erfüllenden Voraussetzungen aufzuzeigen, damit Blockchain als Identifizierungsmittel mit hoher Vertrauenswürdigkeit benutzt werden kann. Dieses Thema wird sowohl in Spanien als auch in Deutschland mit großem Interesse verfolgt. So versucht Alastria etwa, mit Hilfe der spanischen Verwaltung, ein dezentralisiertes Identifizierungssystem zu entwickeln und im Deutschen Bundestag wurde 2018 eine Anfrage der FDP Fraktion zu dem Thema der digitalen Identitäten behandelt.

Der Bericht gibt eine Reihe von Empfehlungen für die Mitgliedstaaten zum Aufbau von dezentralisierten Identifizierungsmitteln:

  1. Unterstützung der Regierungen als Aussteller von Authentifizierungszeugnissen und Identifizierungsmitteln.
  2. Klarstellung der rechtlichen Beziehung der eIDAs-Verordnung zu Blockchain.
  3. Erleichterung der Anwendung der DSGVO auf dezentralisierte Systeme.
  4. Klärung anderer regulatorischer Themen.
  5. Weitere Erforschung der dezentralisierten digitalen Identitäten und Standarisierung durch die Europäische Infrastruktur für Blockchaindienste (EBSI).
  6. Förderung der Nutzung von digitalen Identitäten in Städten.

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